Unterschiedsbetrag. Ein vermeintlich harmloses Wort, das Anlegern vieler Schiffsfonds das Fürchten lehren kann.
Weiterlesen...Dass Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen für die Anleger Chancen und Risiken mit sich bringen, ergibt sich schon aus dem unternehmerischen Charakter eines Schiffsfonds. Nicht jedes Unternehmen hat Erfolg, und bei Schifffahrtsunternehmen ist dies nicht anders. Daher müssen sich Anleger bei der Investition bewusst sein, welche Risiken sie eingehen.
Durch die Finanzkrise und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geriet der Schifffahrtsmarkt allerdings in Schwierigkeiten. Die Nachfrage nach Schiffstransporten stagnierte, während weitere Schiffe, die teilweise Jahre zuvor bestellt wurden, auf den Markt drängten. Das Resultat sind geringe Charterraten für Schiffstransporte. Diese schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führten bei einer stattlichen Anzahl von Schiffsfonds zu Insolvenzen, Notverkäufen von Schiffen, ausfallenden Ausschüttungen und ähnlichem. Diese Ereignisse werden meist unter dem Begriff Schifffahrtskrise zusammengefasst.
Durch die 2005 beschlossene 10-jährige Festlegung der Tonnagesteuer, können Schiffsfonds nicht mehr das bis dato beliebte Kombimodell realisieren. Die Tonnagesteuer kann in Zeiten, in denen ein Schiffsfonds Gewinne erwirtschaftet, große Vorteile für die Anleger bieten. Allerdings führt die Tonnagebesteuerung bei Verlusten auch zu steuerlichen Belastungen für die Anleger, da sie die Verluste nicht von der Steuer absetzen können.
Die internationale Transportschifffahrt rechnet in US-Dollar. In die Schiffsfonds werden jedoch üblicherweise Einlagen in Euro geleistet. Daher muss Geld gewechselt werden, was zu Risiken wegen Kursschwankungen führen kann. Ein schlechtes Verhältnis von US-Dollar und Euro kann also zu Verlusten führen, obwohl sich am Wert des Fonds selbst nichts änderte.
Schiffsfonds unterstehen keiner staatlichen Kontrolle. Daher werden die Gesellschaftsverträge auch nicht überprüft, bevor die Beteiligungen den Anlegern angeboten werden. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie durch die Gesellschaftsverträge benachteiligt werden können. Auch können die genauen Bedingungen der Beteiligung nicht ausgehandelt werden, wenn Anlegern beispielsweise eine Vertragsklausel nicht gefällt, da die Verträge so gut wie immer vorgegeben werden.
Viele Schiffsfonds sind langfristige Kapitalanlagen mit Laufzeiten zwischen 10 und 25 Jahren. Eine Kündigung ist meist erst am Ende der Vertragslaufzeit vorgesehen. Benötigt ein Anleger das investierte Geld vor dem Ende der Laufzeit, bleibt meist nur ein Verkauf auf dem Zweitmarkt. Dort wird mit „gebrauchten“ Fondsanteilen gehandelt. Teilweise bieten Emissionshäuser Verkaufsbörsen, teilweise gibt es Zweitmarktbörsen. Ein Kennzeichen all dieser Verkaufsmöglichkeiten ist aber, dass ein Verkauf nur bei entsprechender Nachfrage möglich ist. Das bedeutet, dass ein Fondsanteil nicht immer verkauft werden kann. Auch liegen Zweitmarktpreise häufig unter dem eigentlichen Wert des Fondsanteils.
Risiken im Zusammenhang mit dem Betrieb des SchifÜblicherweise schließen Schiffsfonds mit den Mietern (Charterern) des Fondsschiffs Zeitcharter-Verträge. Der Schiffsfonds überlässt dem Charter ein voll ausgerüstetes Boot mitsamt Besatzung für eine bestimmte Zeit. Das Risiko des technischen Ausfalls verbleibt bei dem Fonds. Das bedeutet, dass der Schiffsfonds bei einer „Schiffspanne“ haftet. Dieses Risiko wird als Charterrisiko bezeichnet. Überlässt ein Schiffsfonds einem Charterer ein unausgerüstetes Schiff ohne Besatzung, liegt ein Bareboat-Charter-Vertrag vor. Dann trägt der Fonds ebenfalls die Pflicht, das Schiff in einem technisch vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Mit diesen Instandhaltungspflichten – einerlei aus welchem Typ von Chartervertrag sie entspringen – gehen Haftungsrisiken einher, die zu erheblichen Schadensersatzforderungen gegenüber dem Fonds führen können. Probleme mit den Charterverträgen können sich aber auf ergeben, wenn die mietenden Reedereien in Schwierigkeiten geraten.
Kauft ein Schiffsfonds kein gebrauchtes Schiff, sondern lässt von einer Werft ein neues Schiff entwerfen und bauen, besteht ein Herstellungsrisiko. Denn die üblichen Schiffsbauverträge sehen vor, dass der Preis ratenweise im Voraus bezahlt wird. Wird das Schiff nicht fertiggestellt, weil zum Beispiel die Werft Insolvenz anmelden muss, bestehen Ausfallrisiken. Das kann bedeuten, dass dem Schiffsfonds (und damit auch den Anlegern) enormen Schäden entstehen können, wenn zum Beispiel bereits gezahlte Raten nicht zurückgefordert werden können.
Es war kein Auftakt nach Maß: Gleich zwei Schiffsbeteiligungen des Fondsanbieters KGAL (KGAL SeaClass 9 und KGAL SeaClass 10) mussten im Januar 2013 Insolvenz anmelden. Dabei waren diese beiden Schiffsfonds erst wenige Monate zuvor platziert worden. Ganz so dramatisch stellt sich die Lage den weiteren KGAL SeaClass Schiffsfonds nicht dar, dennoch steht nicht alles zum Besten. Es handelt sich zwar nicht um so gravierende Probleme wie bei den insolventen Schifsfonds. Dennoch sind Ausschüttungsausfälle nicht gerade das, was die Kunden der Commerzbank sich von ihrem KGAL SeaClass Schiffsfonds erhofften.
Weiterlesen...Das Bild, welche die Schifffahrtsbranche seit Jahren bietet ist trist:: Überkapazitäten, kombiniert mit einer sinkenden Nachfrage und steigenden Betriebskosten, sorgen bei nicht wenigen Schiffen für finanzielle Nöte. Und auch die Aussichten für das Jahr 2013 sind alles andere als erfreulich. Da ein stattlicher Teil der Transportschiffe durch Schiffsfonds finanziert wurde, kommt die Krise der Schifffahrt auch bei den Anlegern an. Nicht wenige Anleger sind bitter enttäuscht von den Schiffsfonds, welche ihnen seinerzeit von den Commerzbank-Beratern als gute Kapitalanlage empfohlen wurde.
Weiterlesen...Aufgrund der Schifffahrtskrise hat auch eine Vielzahl von Schiffsfonds unter Schwierigkeiten zu leiden. Das Vertrauen von Postbank-Kunden, die in Schiffsfonds investierten, in ihre Bank wurde in den vergangenen Monaten in etlichen Fällen auf eine harte Probe gestellt. Nicht wenige Anleger sind bitter enttäuscht von den Schiffsfonds, welche ihnen die Berater der Postbank Finanzvermittlung einst wärmstens empfohlen haben.
Weiterlesen...Die Krise der Schifffahrt ist noch nicht überstanden. Die Presseberichterstattung des November 2012 legt nahe, dass die Schifffahrtskrise sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen werde und dramatische Konsequenzen für die Schiffsfonds und deren Anleger haben werde. Das Magazin Cash titelte am 16.11.2012 (Onlineausgabe) „Insolvenzen-Welle wird weitere (Ein-)Schiffsgesellschaften erfassen“.
Weiterlesen...
Das 2012 war für das Emissionshaus MPC Capital kein besonders ruhmreiches Jahr: Eine gewaltige finanzielle Schieflage bedrohte den Anbieter von Schiffsfonds, Immobilienfonds und weiteren Fonds. Doch kurz vor dem Schluss des Jahre 2012 teilte MPC Capital in einer Pressemitteilung vom 28.12.2012 mit, dass "mit allen involvierten Finanzierungs- und Geschäftspartnern eine umfassende Restrukturierung abschließend vereinbart" werden konnte. Dem Unternehmen wird demnach von Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 790 Mio. Euro enthaftet. Weiterhin wurden Schulden in Höhe von rund 70 Mio. Euro dauerhaft erlassen.
Weiterlesen...